February 4

Feiertage

Jom Kippur

“Gmar Chatima Tova” ist der Gruß, den man vor und an Jom Kippur verwendet und er bedeutet “eine gute abschließende Besiegelung”.  Das bedeutet, dass wir einander Wünschen, dass das kommende Jahr möglichst nur Gutes für uns bereit hält. Traditionell gibt es die Vorstellung, dass jeder Mensch an Rosch HaSchana (dem Neujahrsfest) geprüft wird. Hat man sich gut verhalten, hat man versucht, seine eigene Umwelt positiv zu verändern, hat man sich zum Beispiel dafür eingesetzt, einen Streit zu schlichten, oder Freundschaften zu schließen usw.  All das wird zusammengetragen und – so die Vorstellung – führt dazu, dass eben an Rosch HaSchana ein Urteil über einen fällt wird.  Das Urteil ist aber noch nicht endgültig. Zwischen Rosch HaSchana und Jom Kippur hat jeder Mensch die Chance, noch einmal selbst über das Nachzudenken, was im letzten Jahr vielleicht schief gelaufen ist und – das ist das Wichtigste, jeder soll versuchen, diese Fehler auch zu korrigieren. Zum Beispiel, in dem man sich bei Freunden entschuldigt, wenn man sie verletzt hat.

An Jom Kippur wird dann das Urteil bestätigt. “Chatima” heisst im hebräischen auch die Unterschrift. Es wird also eine Unterschrift unter das Urteil gesetzt und damit ist das Urteil erst einmal gültig. Das bedeutet aber nicht, dass man Fehler, die man nach Jom Kippur entdeckt, nicht mehr korrigieren kann. Teschuva (Umkehr), also das Wiedergutmachen von Fehlern ist im Judentum nie unmöglich. Je eher desto besser, aber “lieber spät als nie”.

 

In Tu-Bishwat Danken wir der Umwelt für die wunderbaren Geschenke die sie uns gibt, und Freuen uns zusammen über die ersten Blüten des Frühlings (in Israel ist es ja weniger eisig als hier).
Für diesen sehr besonderen Feiertag möchte ich mit euch eine Geschichte teilen, womit jedes Kind in Israel aufwächst (keine Sorge, es ist nicht meine Übersetzung) –

Der freigebige Baum / S. Silverstein
Es war einmal ein Baum, der hatte einen kleinen Jungen sehr gern. Dieser kleine Junge kam jeden Tag, fing seine Blätter auf, machte sich Kronen daraus und lief als König der Wiesen herum.
Er kletterte am Stamm des Baumes hinauf und schaukelte auf seinen Ästen.
Er aß seine Äpfel und spielte mit ihm Verstecken.
Und wenn er müde war, schlief er in seinem Schatten. Der Junge liebte den Baum über alles.
Und der Baum war glücklich. Aber die Zeit verging und der Junge wurde älter.

Der Baum war jetzt oft allein. Eines Tages kam der Junge wieder, und der Baum sagte: „Los, Kleiner, klettere doch meinen Stamm hoch, schaukle auf meinen Ästen, iss meine Äpfel, spiel in meinem Schatten und freue dich.“
„Ich bin zu groß zum Klettern und Spielen“, sagte der Junge. „Ich möchte Sachen kaufen und es lustig haben. Ich brauche Geld. Hast du Geld für mich?“
„Tut mir leid“, sagte der Baum. „Geld hab‘ ich keins. Ich habe nur Blätter und Äpfel. Nimm meine Äpfel und verkauf sie in der Stadt. Dann kriegst du Geld und bist zufrieden.“
Da kletterte der Junge auf den Baum, schüttelte die Äpfel herunter und nahm sie mit.
Und der Baum war glücklich.
Dann blieb der Junge aber lange weg, und der Baum war traurig.

Eines Tage aber kam er wieder zurück, und der Baum schwankte vor Freude.
„Los, Kleiner“, sagte er, „klettere doch meinen Stamm hoch, schaukle in meinen Ästen und freue dich.“
„Ich hab‘ keine Zeit, auf Bäume zu klettern“; sagte der Junge. „Ich brauche ein Haus, wo’s warm ist“, sagte er, „ich möchte eine Frau und Kinder, und darum bauch‘ ich ein Haus.
Hast du ein Haus für mich?“ „Haus hab‘ ich keins“, sagte der Baum. „Die Wiese ist mein Haus.
Aber du kannst meine Äste abhauen und ein Haus bauen. Dann bist du bestimmt zufrieden.“
Da sägte der junge die Äste ab und nahm sie mit, um sich ein Haus zu bauen.
Und der Baum war glücklich. Aber nun blieb der Junge sehr lange weg.

Als er wieder kam, konnte der Baum kaum sprechen, so freute er sich. „Los, Kleiner“, flüsterte er, „komm und spiel mit mir.“ „ Ich bin zu alt zum Spielen“, sagte der Junge. „Ich will ein Schiff, mit dem ich weit wegfahren kann. Hast du ein Schiff für mich?“
„Nimm meinen Stamm und mach dir ein Schiff draus“, sagte der Baum. „Dann kannst du wegfahren und wirst zufrieden sein.“
Da schlug der Junge den Stamm ab, machte sich ein Schiff und fuhr davon.
Und der Baum war glücklich …fast glücklich.

Erst nach langer Zeit kam der Junge wieder zurück.
„Tut mir leid, Kleiner“, sagte der Baum, „jetzt kann ich dir nichts mehr geben. Meine Äpfel sind weg …“
„Meine Zähne sind zu schwach zum Äpfel beißen“, sagte der Junge.
„Meine Äste sind weg“, sagte der Baum, „du kannst nicht mehr darauf schaukeln …“
„Ich bin zu alt, um auf Ästen zu schaukeln“, sagte der Junge.
„Mein Stamm ist weg“, sagte der Baum, „du kannst nicht mehr hinaufklettern …“
„Ich bin zu schlapp zum Klettern“, sagte der Junge.
„Schade“, seufzte der Baum, „ich hätte dir gern noch etwas gegeben, aber ich habe nichts mehr. Ich bin nur ein alter Strunk. Wirklich schade.“
„Ich brauche nicht mehr viel“, sagte der Junge.
„Ich möchte nur noch sitzen und ruhen. Ich bin so müde.“
„Oh“, sagte der Baum und streckte sich etwas. „Ein Strunk ist gerade richtig
zum Sitzen und Ruhen. Komm, Kleiner, setz dich. Setz dich und ruh dich aus.“
Und das tat er, der alte Junge. Und der Baum war glücklich.

Für mich, ist dies eine seht inspirierende Geschichte und man kann sehr viel von ihr lernen.
Fühlt euch frei sie in euren Tu-Bishwat Peulot zu benutzen.
Für Mehr Info zu Tu-Bishwat:
http://www.hagalil.com/judentum/feiertage/baeume/index.htm
http://www.jafi.org.il/education/german/festivls/tubish/index.html
http://www.talmud.de/cms/Tu_BiSchewat.81.0.html

ich wünsche euch allen ein frohes Fest!
Eure Schlicha Jehudit
Yom Hazikaron – Gedenktag an die gefallenen israelischen Soldaten und Opfer des Terrorismus.
Und am Tag danach feiern wir:
Yom Ha’atzma’ut den Israelischen Unabhängigkeitstag.

Diese zwei Tage, so nah an einander, sind immer eine sehr emotionale Zeit in Israel – Trauer und Freude Hand in Hand.

Für Yom Hazikaron möchte ich mit Euch eine Geschichte teilen: die Geschichte von Kamar Abu Hamed – eine Schülerin, die mit vielen anderen Schülern im Bus-Attentat neben meiner damaligen Schule im Jahr 2003 umgekommen ist: http://www.mfa.gov.il/MFA/Terrorism-%20Obstacle%20to%20Peace/Memorial/2003/Kamar%20Abu%20Hamed (English)
Sie und viele andere, die an dem Tag umgekommen sind, wollten nur nach einem langen Tag in der Schule nach Hause fahren. Der hilflose Blick von Kamars Eltern, während der Beerdigung von Kamar, im drusischem Dorf Dalyat el-Carmal, wird für immer in meinem Herzen bleiben. Eltern sollten nie ihre Kinder beerdigen.

Und gleich am Abend, nachdem wir uns den ganzen Tag an die Gefallenen erinnert haben, kommt einer der fröhlichsten Tage im Jahr – Yom Ha’atzma’ut! Ein Abend, an dem man feiert, bis es nicht mehr geht – und ein Tag, an dem man hauptsächlich zusammen in der Natur feiert und grillt.

Für mehr Info über Yom Hazikaron und Ideen für Aktivitäten zum Thema:

http://www.jafi.org.il/education/german/festivls/Jom_Zikaron/index.html

Für mehr Info über Yom Ha’atzma‘ut und Ideen für Aktivitäten zum Thema:

http://www.jafi.org.il/education/german/festivls/Unabhaengigkeitstag/index.html

für die Erklärung der Unabhängigkeit auf deutsch:

http://www.hagalil.com/israel/independence/azmauth.htm

Lag ba-Omer ist der 33. Tag nach Pessach. Der hebräische Buchstabe “L” (lamed) steht für die Zahl 30 und der hebräische Buchstabe “G” (gimel) steht für die 3.
Die Tradition sagt, daß an diesem Tag der nationale jüdische Freiheitskämpfer Bar Kochba im Aufstand gegen die römische Besatzungsmacht (132-135 n.d.Z.) einen Sieg über seine Feinde errang.
Eine andere Quelle erzählt, daß eine Seuche unter den Schülern des Rabbi Akiva (gest. 135 n.d.Z.) grassierte. Genau am 33. Tag nach Pessach kam die Seuche zum Stillstand.
Auch Rabbi Schimon bar Jochai ( gest. 150 n.d.Z.) soll an diesem Tag seine mystischen Lehren seinen Schülern enthüllt haben.
Bei sephardischen Juden und einigen chassidischen Gruppen ist es Brauch, daß Jungen, die 3 Jahre alt geworden sind, an diesem Tag ihren ersten Haarschnitt bekommen.

Mehr Info:
Die Zeit des Omerzählens:
http://www.hagalil.com/judentum/feiertage/pessach/pesach/omer.htm
Der Brauch des Haarschnitts:
http://www.judentum.net/religion/lag-baomer.htm

Für mich ist Lag ba-Omer ein freundschaftlicher Feiertag, wo man um das Lagerfeuer sitzt, etwas isst (denn was wäre in jüdischer Feiertag ohne Essen???) und viel miteinander redet und Geschichten erzählt.
In Israel gibt es etwas, was sich „Ash Laila“ nennt, eine gruselige Geschichte die man spät in der Nacht beim Lagerfeuer erzählt (nicht für kleine Kinder geeignet): http://www.grusel-club.gmxhome.de/Gruselgeschichten.htm

Ich hoffe, Ihr habt alle ein cooles Lag ba-Omer,
Eure Schlicha,
Jehudit

Jerusalem-Tag

am Mittwoch, den 12.5.2010 wird in Israel der Jerusalem-Tag gefeiert. An diesem Tag feiert Israel die Wiedervereinigung der Stadt Jerusalem. Nach dem israelischen Sieg im Sechstagekrieg 1967 wurden die beiden bis dahin getrennten Teile von Jerusalem unter israelischer Kontrolle vereinigt und die Flagge Israels auf dem Tempelberg gehisst.
Für mehr Infos zu diesem Feiertag, für Quellen und coole Ideen für Aktivitäten schaut unter folgenden Links nach:
http://www.jafi.org.il/education/german/festivls/Jom_Jerusalem/index.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Jerusalemtag

Schawuot

Schawu‘ot bedeutet „Wochenfest“ und symbolisiert die 7 Wochen von Pesach bis zu Schawu’ot und den Empfang des zweiten Exemplars der zwei Tafeln (Luchot) der Zehn Gebote durch Mosche am Berg Sinai.
In der ersten Nacht von Schawu’ot begeht man traditionell eine Lern-Nacht, ein „Tikkun Leil Schawu’ot“ – man lernt dann gemeinsam aus der Thora, kann sich aber auch mit spirituellen Themen beschäftigen. In Haifa, der Stadt aus der ich komme, gibt es an jedem Schawu’ot-Fest einen großen Tikkun, an dem jeder teilnehmen kann und auch neue Ideen zum Lernen und Diskutieren einbringen sollte; an diesem Projekt beteiligt sich auch das progressive Leo Baeck Education Center.
Für mehr Infos zu diesem Feiertag, Quellen und coolen Ideen für Aktivitäten könnt Ihr folgende Seiten im Internet aufrufen:
http://www.jafi.org.il/education/german/festivls/Schawuot/uebersicht.html
http://www.hagalil.com/judentum/feiertage/shavuot.htm

und einen Bericht über Tikkun Leil Schawu’ot in Haifa vom Mai 2009 findet Ihr hier:
http://www.hillel.org/about/news/2009/jun/haifa_shavuot_june_2009.htm

 

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